Was Pferde wirklich wollen – mal aus einer etwas anderen Sicht…
Pferde haben Bedürfnisse, sie wollen sich bewegen, sie wollen grasen, sie wollen Sozialkontakt ihresgleichen. Nun entfernen wir uns ein wenig von den Grundbedürfnissen, die alle Pferde gemein haben. 
Es gibt sehr viele Rassen von Pferden. Das nicht ohne Grund. Wurden sie doch schon vor Jahrtausenden domestiziert. Sie wurden gekreuzt, sie wurden gezüchtet in unterschiedliche Richtungen. Es entstanden Springpferde, Dressurpferde, Gangpferde, Zugpferde, Arbeitspferde, aber auch Reitpferde. Sorgfältig kreuzte man Pferde, um positive Aspekte hervorzuheben, je nachdem, welches Ziel die Rasse verfolgte. Im 19. Jahrhundert war ein leichter Karpfenrücken bei Pferden, die gut Last aufnehmen sollten, das non plus ultra; bei Distanzpferden hingegen war eine ausgeprägte Ausdauer und viel Blut erforderlich, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Und so ging es über Jahrhunderte hinweg voran. 
Neben dem Exterieur wurde mit nicht weniger Bedeutung das Interieur sorgfältig ausgewählt. Und auch dieses Interieur hat Bedürfnisse, was wir leider neben den Grundbedürfnissen zu oft vergessen. Oder uns nicht damit befassen. 
Was ist die Folge daraus? 
Entscheide ich mich, einen Traber zu kaufen, muss ich wissen, dass dieses Pferd traben will. Es will nicht erstrangig galoppieren. 
Kaufe ich einen Galopper, werde ich mich darauf einstellen müssen, dass dieses Pferd enorm hoch im Blut steht, also wohl eher ein Vollblut sein wird und dieses Pferd rennen will. 

Kaufe ich ein Kaltblut, welche Rasse nun auch immer, werde ich mich darauf einstellen müssen, dass ich vermutlich nicht an einer S-Dressur teilnehmen werden kann. Dafür werde ich mit einem Shetty keine riesigen Baumstämme aus dem Wald ziehen können. 

So hat jedes Pferd auch ein Bedürfnis, was seine Gene, sein Zuchtergebnis und sein Interieur angeht. Die einen mehr, die anderen weniger. 

Ich finde, dass wir auch in der Verantwortung sind, diesen Aspekt zu berücksichtigen. Und auch diesem Bedürfnis gerecht zu werden. 

Es ist nicht jedes Pferd glücklich, wenn es sein Leben lang auf eine Weide abgestellt wird, nur weil es für uns eine Augenweide ist.  

Ich kann einfach aus einem Husky kein Schoßhündchen machen und zum Couchpotato mutieren lassen. 

Es kommt der Tag und da habe ich einen Pulverfass herangezogen und wundere mich dann, warum Tiere, selbst wenn sie aus Sicht des einzelnen Menschen alle Liebe, eine ordentliche Haltung und tonnenweise das beste Futter verfüttert habe, ausrasten. 

Gehört zu einer artgerechten Haltung nicht auch die wesensgerechte Haltung?

Ist ein Tier nicht dann erst ausgeglichen und zufrieden, wenn es all seinen Bedürfnissen nachgehen kann? In seinen Stärken gefördert wird und auf seine Schwächen Rücksicht genommen wird? Gehört Arbeit in gesundem Maße und in gesunder Form nicht auch dazu und hält es fit und sogar glücklich?

Sind wir ALLE Menschen glücklich, wenn wir keiner Arbeit nachgehen, Hartz IV-Empfänger auf Dauer sind und sich irgendwann das Gefühl einschleicht, dass unsere Fähigkeiten unerkannt blieben?

Glaubt Ihr, ein Pferd kann uns nicht zeigen, woran es Spaß hat und was es nicht so toll findet? 

Ich denke schon! 

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