Wer hat einen Nachkommen von diesem sagenhaften Hengst der Hannoveraner Zucht und wer erkennt in diesem seinem Nachkommen Vererbungsqualitäten des Stempelhengstes wieder – vielleicht im Exterieur, vielleicht im Interieur?
Der Ausnahmehengst wurde am 14.02.1984 in Allwörden geboren. Er war der Sohn des bekannte Hengstes World Cup I und der Hannoveraner Stute Anka.
Sein Züchter, Hermann Meyer, wusste vom ersten Augenblick an, um was für einen Ausnahmehengst es sich hierbei handelte. Wortwörtlich sagte Hermann Meyer: „Ich wusste sofort, dass dieser ein Besonderer ist! So einen kriegt man nur ein Mal im Leben!“ Er gab seinem Hengstfohlen den Namen Weltwunder.
Trotz aller Euphorie bin ich mir sicher, dass Hermann Meyer nicht bewusst war, welche Ausmaße seine erste Einschätzung annehmen würde. Weltwunder erfreute und begeisterte seinen Züchter dermaßen, dass er alle Kaufangebote ausschlug. Und Weltwunder dankte ihm dies, indem er eine beispiellose Karriere einschlug.
1986 wurde Weltwunder unangefochtener Sieger des Verdener Körplatzes, Landstallmeister a.D. Dr. B. Bade hatte den selbstbewussten Bewegungskünstler im 1. Celler Lot für die Landespferdezucht gesichert. Dr. Bade war es auch, der gemeinsam mit weiteren Zuchtgrößen in einer Trinklaune Weltwunder in Weltmeyer zu Ehren seines Züchters umtaufte.
Weltmeyers weitere Karriere brauche ich hier nicht weiter ausführlich ausführen, diese ist international bekannt. Sollte dennoch Interesse oder Bedarf bezüglich der Ergänzung seiner Karriere insgesamt im sportlichen und züchterischen Bereich bestehen, ergänze ich dieses gerne.
Erwähnt sei, dass Weltmeyer nach seiner Körung folgende (ausgewählte) Siege erreichte:
  • 1987 in der Leistungsprüfung siegte (in allen Indices mehr als 140 Punkte).
  • 1987 Bundeschampion in Vechta (als erster Celler Landbeschäler (10,0 Trab, 9,5 Galopp, 8,0 Schritt, 9,5 für Gebäude und Gesamteindruck))
  • 1988 Bester Hengst des Jahres
  • 1989 DLG-Sieg in Frankfurt am Main.
Weltmeyers Erfolge ließen die Bedeckungsnachfrage in die Höhe schnellen und es stellte sich heraus, dass auch seine Vererbungsstärke beispiellos sein sollte.
Etliche Söhne brachte er hervor, die in seine Fußstapfen traten, aber auch seine Töchter standen seinen Söhnen in nichts nach. Besonders zu erwähnen sind seine Söhne Wittinger, der in die sportliche Fußstapfen seines Vaters trat, in der Zucht jedoch nicht überzeugen konnte und Wolkenstein II, der ebenfalls eine beispiellose sportliche Karriere absolvierte, im Gegensatz zu seinem Bruder Wittinger in der Zucht aber erfolgreich war. Über Wolkenstein II wird in naher Zukunft ein eigener Artikel auf diesem Blog erstellt.
Auch vererbte Weltmeyer seinen Töchtern, wie beispielsweise Weltina, seine hervorragenden Gene weiter, so dass Weltmeyer-Stuten bis heute heiß begehrt in der Zucht sind.
Exterieur:
Weltmeyer war ein mittelrahmiger Fuchs-Hengt, sein Stockmaß betrug 1,66m und sein Körperbau entsprach dem in der Hannoveraner Zucht gern gesehenem Exterieur. Wobei hier auch nicht zur Diskussion steht, dass er die Hannoveranische Linie mit prägte.
Interieur:
Weltmeyer galt als eigenwillig, stur und mit einer guten Portion Dickköpfigkeit ausgestattet. Er zeigte eine intelligente Wachheit, einen ausgeprägte Arbeitswillen und ein gutes Konzentrationsvermögen. Die Kunst lag darin, seinen enormen eigenen Willen mit Überzeugung für die Arbeit einzusetzen. Er war kein Hengst, den man zu etwas nötigen konnte – da wusste er genau, wie er seinen Arbeiter entsorgen wollte und neigte in solchen Situationen zu unerwarteten Wutausbrüchen. Weltmeyer war ein selbstbewusstes Pferd, dominant in seinem Charackter und seine Aura bannte einen jeden, der ihn betrachtete. Er war ein Hengst, der sich gerne im Rücken fest machte, auch machte er sich gerne auch seiner ungeliebten Seite fest und ließ sich hier nicht selten ohne Diskussionen locker machen. Er war ein Pferd, das wusste, was er mochte und was nicht. Sein Nervenkostüm war nicht das stärkste.
Vererbung:
Weltmeyer ist bekannt für die Vererbung seiner überdurchschnittlichen Bewegungen und sein äußerst bewegungsstarkes Hinterbein. Rittigkeit und Arbeitswillen prägten seine Nachkommen.
Der Abschied: 
Am Nachmittag des 27. Juni 2011 musste Weltmeyer aufgrund einer schweren Kolik eingeschläfert werden. Die Reiterwelt, allen voran die Sportreiter und Züchter, nahmen bestürzt Kenntnis von seinem Tod. Ihm zu Ehren wurde auf dem Landgestüt in Celle ein Brunnen geweiht – dies konnte er leider nicht mehr miterleben.
Weltmeyer zeugte insgesamt 4.008 registrierte Nachkommen. Darunter sind 410 Staatsprämienstuten und 110 gekörte Hengste.
Auch ich darf mich stolze Besitzerin eines Weltmeyer-Nachkommens nennen. Die Gerüchte, Weltmeyer würde eigenwillige und für Amateure schwierige Charakterpferde machen, kann ich nicht ganz von der Hand weisen. Dafür erlebe ich mit meinem Pferd Situationen, die vorher für mich unvorstellbar gewesen wären und dies macht unsere Beziehung zu etwas ganz Besonderem. Noch bin ich mir nicht ganz sicher, ob die Verhaltensweisen meines Pferdes allein auf Weltmeyer-Gene zurückzuführen sind, daher werde ich ihre weiteren Ahnen meines Pferdes ebenso unter die Lupe nehmen, freue mich aber, Eure Erfahrungen mit Euren Weltmeyer-Nachkommen zu erfahren.
By SoWhat1705
Bild superiorequinesires.com
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3 thoughts on “Wie aus einem Weltwunder ein Weltmeyer wurde, um als Weltwunder zu gehen…

  1. Ich hatte auch einen direkten Nachkommen von diesem wunderbaren Hengst. Er war ein sehr charmanter , dominanter u eigensinniger Dickkopf aber auch wieder sehr arbeitswillig und wollte immer gefallen. Gerade das hat mich immer wieder an Walesko fasziniert . Er war trotz allem sehr liebevoll u sanftmütig u sehr ehrlich ❤️❤️❤️ Das habe ich sehr geschätzt an ihm . Sowas bekomme ich niemals mehr wieder. Leider hatte er sehr viel Pech in seinem Leben. Wurde jahrelang im Sport ausgenutzt und dann wie ein altes Fahrrad mit 14 Jahren abgestellt . Bei mir hatte er noch ein liebevolles schönes Leben u war in unserer Familie integriert wie ein weiteres Kind. Er hat es genossen…. Leider hat er durch Borreliose einen Herzfehler bekommen der in 2011 erkannt wurde u dann Jahr für Jahr eine Herzklappe nach der anderen forderte 😪😪
    Am 08.10 letzen Jahres haben wir ihn sehr schweren Herzens über die Regenbogenbrücke ziehen lassen . Verlassen wollte er uns nicht und hat immer wieder in den letzten Monaten gekämpft u so getan als wäre alles gut … Wir werden ihn nie vergessen u immer in unserem Herzen tragen . Hätte ich das Geld gehabt dann hätte ich ihn Klonen lassen😪😪😪
    Komme nur sehr schwer damit klar das er nicht mehr bei uns ist. Unser Fargo ( sein Ziehkind) hat auch einige Zeit gebraucht aber so langsam geht es wieder .

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