Wir sind in der Verantwortung, unser Tier vor allen Gefahren, die wir steuern können, zu beschützen!

 

„Mir kann das nicht passieren. In meinem Stall wird doch niemals ein Feuer ausbrechen.“…

Es ist das Schrecklichste, das in einem Stall passieren kann. Aber viel zu selten machen wir uns ernsthaft Gedanken darüber und prüfen, ob wirklich alle Vorkehrungen für einen Brandfall getroffen wurden. Viel zu oft spukt der Gedanke: „Mir passiert das nicht“ in unseren Köpfen, dennoch: nur wenige Pferdebesitzer wissen, dass bereits ein kurzer Zeitraum ab Beginn des Feuers,  nämlich nur 4 Minuten, reicht, dass das geliebte Pferd an einer tödlichen Rauchvergiftung leidvoll verenden kann.

Hinweise für die Sicherheit:

  • Vorsorge: Stellen Sie sicher, dass Ihr Stall bzw. der Stall, in dem Ihr Pferd untergebracht ist, den aktuellen vorgeschriebenen Brandschutzvorschriften entspricht und alle dazugehörigen Maßnahmen ergriffen wurden. Im Zweifelsfall befragen Sie den örtlichen Brandschutzbeauftragten.
  • Plan: Erstellen Sie einen Brandevakuierungsplan. Wenn Sie Ihr Pferd in einem Stall eingestellt haben, fragen Sie nach dem Brandevakuierungsplan. Der Brandevakuierungsplan sollte regelmäßig geübt werden.
  • Versichern: Mit der richtigen Versicherung decken Sie die meisten Schäden ab. Nur durch eine gut abgedeckte Versicherung wird sich Ihr Unternehmen wirtschaftlich nach einem Feuer erholen können, wobei auch eine Versicherung nie den gesamten Schaden abdecken können wird.

Merken wir uns: VPV –  V für Vorsorge, P für Plan, V für Versicherung.

Gerade ein Stall bietet unglaublich viele leicht entzündbare Materialien. Holz (allein die meisten Boxentüren), Elektronik (Stromkabel etc.), Heu, Stroh, Späne, Scheune usw. Die Liste könnte endlos sein.

Brandursachen:

Stroh verbrennt drei Mal schneller als Benzin! Darum bleiben einem Feuerwehrmann oder einem Retter im Ernstfall nur 30 Sekunden, um ein Pferd aus einer brennenden Box zu bergen. Um so mehr wird klar, warum Pferdebetriebe der höchsten der drei Brandschutzklassen zugeordnet werden.

Funken können bis zu zehn Meter weit fliegen – doch mal ehrlich: Wer beseitigt beispielsweise beim Besuch des Hufschmieds, bei Arbeiten mit der Trennscheibe, beim Schweißen oder Loten oder beim Auftauen frostiger Leitungen alle brennbaren Stoffe im Umkreis von zehn Metern? Schmerzlich ist auch die Erkenntnis, dass Rauchen auf der Liste der Brandursachen in Pferdebetrieben ganz oben steht. Vor allem hier zählt: Sichere Aschenbecher wie mit Sand gefüllte Behälter und deutliche Hinweisschilder sind daher Pflicht.

Heu neigt je nach Trockenheitsgrad aufgrund chemischer Prozesse für zwei bis zehn Wochen nach dem Einbringen zur Selbstentzündung.

Elektrische Geräte, Anlagen und Installationen sind oft gemeinsam mit mangelnder Wartung und hohem Staubaufkommen ein Pulverfass. Nicht fachgerecht verlegte oder veraltete Stromleitungen, mehrfach hintereinander geschaltete Verlängerungskabel, eingestaubte Leuchten oder solche, die zu nah an brennbaren Materialien positioniert sind, dauerhaft aufgerollte Kabeltrommeln, Mäuseverbiss und fehlerhaft montierte Stromabnehmer können Kurzschlüsse und Funken verursachen oder durch enorme Wärmeentwicklung Schwelbrände entfachen. In vielen Ställen werden elektrische Heizlüfter oder Gasstrahler in Sattel- oder Futterkammern ohne Aufsicht betrieben: unbedachter Luxus auf Kosten der Sicherheit. Etwa 15% der Brandursachen sind auf Brandstiftung zurückzuführen.

 

Wie eingangs bereits erwähnt wurde, reichen bereits 4 Minuten ab Beginn des Feuers, dass ein Pferd einer tödlichen Rauchvergiftung unterliegt. Anders als der Mensch kann es durchaus vorkommen, dass ein Pferd nicht vor dem Feuer weg rennt, dass es versucht, seinen Kopf über das Feuer zu heben, um panisch einen Fluchtweg zu finden. Zudem empfinden viele Pferde ihre Box als Sicherheitszone, manchmal ist es fast nicht möglich, während eines Brandes, Pferde aus dem Stall zu bekommen – daher und aus dem Grund, dass Pferde Herdentiere sind, kam es auch vor, dass Pferde in einen brennenden Stall gerannt sind. Oft fehlt auch einfach der Funke – wie in einer Herde, dass die Leitstute das Signal zum Losrennen und vor allem die Richtung der Flucht vorgibt.

 

Wichtige Tipps

Im Ernstfall bleiben nur 30 Sekunden, um ein Pferd aus einer brennenden Box zu retten. Prävention ist daher ein Muss. Halten Sie Brandschutztüren immer geschlossen und Notausgänge immer frei. Achten Sie zusätzlich auf folgende häufige Gefahrenquellen:

  • Es kommt immer wieder vor, dass Pferde, auch wenn sie aus einem brennenden Stall gelaufen sind, anschließend in der Paddockbox verbrennen, weil diese nicht über einen Ausgang nach außen verfügt. Achten Sie beim Bau von Paddockboxen darauf, dass sich diese auch nach außen öffnen lassen oder bauen Sie nachträglich Türen ein!
  • Mehrere hintereinander geschaltete Verlängerungskabel und nicht vollständig entrollte Kabeltrommeln können enorme Hitze entwickeln.
  • Von frischem Heu geht eine enorme Brandgefahr aus. Bereits bei 60 Grad entstehen Schwelbrände.
  • Sorgen Sie dafür, dass das Rauchverbot wirklich eingehalten wird.
  • Verhindern Sie einen leichtfertigen Umgang mit offenem Feuer und Funkenflug, zum Beispiel bei Grillpartys oder durch spielende Kinder.
  • Überprüfen Sie die Sicherheit der elektrischen Geräte und ihrer Installation (insbesondere Leuchten und Heizstrahler).
  • Treffen Sie Vorsichtsmaßnahmen gegen Blitzschlag und Überspannung.
  • Proben Sie für den Ernstfall. Für eine geplante Übung kann man bei den Brandschutzbetrieben anfragen, ob man alte Feuerlöscher gegen Pfand oder ein geringes Entgelt bekommen kann. Ziel: Wer einmal erlebt hat, wie einfach ein Feuerlöscher zu bedienen ist, hat die Hemmschwelle überwunden und kann im Ernstfall schnell und gezielt handeln.

Weiterführende Informationen:

http://www.ktbl.de

■ Heft „Vorbeugender Brandschutz beim landwirtschaftlichen Bauen“, KTBL, http://www.ktbl.de

http://www.minimax.de

■ Selbstentzündung von Heu: http://www.feuerwehr-melle.de

http://www.feuerwehr-buergeln.de > Downloads > Ausbildungsunterlagen > Brandschutz im Pferdestall

■ „Brandschutz in Reitbetrieben“, VdS Schadenverhütung GmbH, http://www.vds.de

 

Bild: freeimages.com

 

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