Die Augen

Fohlen

Die Augen des Pferdes liegen seitlich am Kopf. Dies sichert eine Rundumsicht. Die Pupille eines Pferdes ist waagerecht, um ein größeres Horizontbild zu gewährleisten. Bei gesenktem Kopf sieht das Pferd die Nähe scharf, bei erhobenem Kopf sieht es die Ferne scharf. Das räumliche Sehen des Pferdes ist weniger gut.

Pferde verfügen über ein monokulares Sehen. Das bedeutet, dass jedes Auge für sich etwas anderes sieht.

Im Vergleich: Menschen sehen binokular. Binokulares Sehen bedeutet, dass ein räumlicher Tiefeneindruck entsteht, was uns ermöglicht, plastisch zu sehen und Entfernungen einschätzen zu können. Jedes unserer Augen nimmt einen Gegenstand aus einem anderen Blickwinkel wahr, wodurch die Abbildungen auf der Netzhaut geringfügig gegeneinander verschoben und auch etwas verzerrt sind. Diese Verschiebungen werden neural gegeneinander verrechnet und wieder zu einem Bild vereinigt. Diesen Prozess nennt man binokulare Fusion.

Während das Pferd ein gesamtes monokulares Sichtfeld von ca. 330° bis 350° hat, erfasst es hiervon lediglich etwa 30° bis 70° binokular.

Sichtfeld überarbeitet
Monokulares und Binokulares Sichtfeld bei Pferden

Auch was das farbliche Sehen betrifft, gibt es Unterschiede zwischen Mensch und Pferd. Das folgende Schaubild soll verdeutlichen, welche Farben das Pferd unterscheiden kann.

Farbe Pferd
Farbwahrnehmung der Pferde

 

Diese wissenschaftliche Erkenntnis nutzte der Pferdetrainer Michael Geitner und entwickelte so die Ausbildungstechnik anhand der Dualaktivierung.

In der Dämmerung können Pferde dennoch wesentlich besser sehen als wir Menschen. Jedoch benötigt das Auge des Pferdes  länger für die Anpassung bei schnellem Wechsel zwischen hell und dunkel.

Das Pferd hat die größten Augen aller Säugetiere.

 

Die Ohren

Ohr

Das Pferd kann seine Ohren in alle Richtungen drehen. 16 Muskeln ermöglichen, dass Pferde ihre Ohren auch unabhängig voneinander bewegen können und unabhängig, zudem hören auch beide Ohren unabhängig voneinander. Der Frequenzbereich reicht bis zum Ultraschall, was bedeutet, dass Pferde wesentlich besser hören können als wir Menschen. Pferde weisen gegenüber Lautstärke eine hohe Empfindlichkeit aus. Deshalb lernen wir bereits von Beginn an, dass wir mit Pferden ruhig und mit gedämmter Stimme kommunizieren.

Wie bei uns Menschen liegt im Innenohr das Gleichgewichtsorgan.

Die Fellhaare im Ohr sind für uns Menschen unantastbar. Das heißt, dass wir diese nicht stutzen oder gar ausrasieren dürfen. Durch eine derartige Handlung machen wir uns gegenüber dem Tierschutzgesetz strafbar. Das Innenfell der Ohren schützt vor Eindringen von Insekten und dient der Filterung von Hörgeräuschen.

 

Die Nüstern

Nüstern
Bild von Jasmin Hasselbring

 

Pferde haben einen enormen Geruchssinn. Der Riechsinn reicht etwa 2 km weit. Die Geruchszellen liegen in der Riechschleimhaut der Nase. Diese hat eine Fläche, die so groß wie der gesamte Pferdekörper ist. Die Geruchsinformationen werden über Geruchsnerven zum Gehirn geleitet. Herbei sei erwähnt, dass das Pferd nicht über das Maul atmen kann.

Mit den Nüstern identifiziert das Pferd andere Pferde. Die Nüstern ermöglichen dem Pferd, das Futter zu sortieren und Giftpflanzen zu erkennen. Der scharfe Geruchssinn reicht so weit, dass das Pferd Wasser riechen und somit auffinden kann. Auch Pheromone werden exakt von Pferden durch die Nüstern wahrgenommen und ebenso dienen die Nüstern zur Aufnahme und Analyse von Sexualbotenstoffen.

Selbst Adrenalin kann vom Pferd gerochen werden. Haben wir Menschen zum Beispiel Angst, schütten auch wir, wie das Pferd auch, Adrenalin aus – und das Pferd kann es riechen. Daher kann es vorkommen, dass ein Pferd sehr unruhig wird, wenn wir uns neben ihm unwohl fühlen oder gar Angst haben, selbst wenn wir uns noch so bemühen, ruhig zu bleiben.

Blut und Verwesung sind Geruchsboten, die Pferde am Schrecklichsten finden. Diese Gerüche wirken sehr negativ auf Pferde. Das ist auch der Grund, weshalb (zumindest bei Privatpferden) die Schlachtung samstags nach der Reinigung im Schlachtbetrieb erfolgt.

Flehmt ein Pferd, so wird durch das Flehmen der Geruch auf das Jacobson´sche Organ geleitet, um noch intensiver analysiert zu werden.

 

Die Tasthaare

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Pro Lippe hat das Pferd etwa 50 Tasthaare. Diese benötigt es unter anderem zur Selektion der Nahrung. Fremdkörper können durch die Tasthaare aussortiert werden. Zudem unterstützen die Tasthaare das Sehvermögen in der Dunkelheit. An den Augen dienen sie als Schutz vor Fremdkörpern. Das Entfernen der Tasthaare (Clippen) ist nach dem Tierschutzgesetz eine Straftat.

 

Die Zunge

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Der Mensch kommt mit ca. 10.000 Geschmacksknospen zur Welt. Im Laufe der Zeit verliert der Mensch etwa die Hälfte seiner Geschmacksknospen. Das Pferd kommt mit etwa 35.000 Geschmacksknospen zur Welt und behält diese bis ins hohe Alter. Die hohe Anzahl an Geschmacksknospen ermöglichen dem Pferd, hunderte von Grassorten voneinander unterscheiden zu können.

Das Pferd kann süß, sauer, bitter und salzig unterscheiden und schmecken. Die wichtigste Aufgabe der Zunge ist, Giftpflanzen auszusortieren.

 

Die Haut

Folgende Empfindungen hat die Haut:

  • Schmerzempfinden
  • Temperamenturempfinden
  • Tastempfinden
  • Berührungsempfinden
  • Druckempfinden
  • Vibrationsempfinden.

 

Herzlichen Dank für das Artikelbild an Jasmin Hasselbring (c)

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