Vor ca. 3 Wochen holte ich meine Stute So What von der Weide wieder nach Hause. So What hat sich auf der Weide gut erholt und ist deutlich trittsicherer geworden, als dies zuvor der Fall war. Leider hat sie auf der Weide auch gewichtstechnisch, und das nicht muskulär, zugelegt. Pferde mit Übergewicht sind für mich allerdings ein no go.

Ihr wisst ja wie es ist, wenn Pferde einen Schub machen, verlieren sie ihre Balance. Auch ist die Balance nicht zwingend naturgegeben und anders, als man landläufig der Meinung ist, ist ein Pferd nicht nur unter dem Reiter unausbalanciert.

Ich hatte mir vorgenommen, mit ihr von null anzufangen. Damit meine ich, dass ich sie behandele wie eine Remonte und mit der Ausbildung ganz von vorne anfange. Und alles fängt mit der natürlichen Schiefe, sprich mit der Geraderichtung, Kraft, Koordination, Balance und Takt an.

Ich habe das Glück, dass So What von Natur aus einen sehr guten Takt mit bringt, es verführt, die Ausbildungsschritte „natürliche Schiefe und Geraderichtung“ sowie „Balance“ zu überspringen oder übereilt zu trainieren.

Insgesamt ist So What ein Pferd, das sich aufgrund ihres Vermögens sehr anbietet. Das heißt für mich als Menschen aber nicht, dass ich das ausnutze. Sie bekommt von mir die Zeit von 2 Jahren, um eine gesunde und gleichmäßige Bemuskelung anzutrainieren, die Geraderichtung systematisch zu erarbeiten, die Balance ohne und mit Reiter zu erarbeiten und das in gerader Linie, aber auch in gebogener Linie zu trainieren und die Balance in allen Grundgangarten beizubehalten. Anders gesagt, wird So What 2 Jahre ihre Grundausbildung. Nach diesen 2 Jahren sollte sie im Stande sein, eine E-Dressur mühelos und ohne Folgeschäden absolvieren zu können.

So What hat eine sensationelle Hinterhandaktivität, das hat sie von ihrer Mutter geerbt. Sie muss diesbezüglich nur noch lernen, dass man mit der Hinterhand auch sehr schön untertreten kann.

Nichtsdestotrotz ist ihre Schwachstelle die Kruppe, eine gute Bemuskelung der Kruppe und somit auch der Hinterhand erfordert besondere Aufmerksamkeit und Training.

Unser Training sieht derzeit so aus, dass So What alle drei Tage für derzeit 12 Minuten ((nach 20 Minuten Schritt gehen (warmlaufen) einschließlich Gymnastizierung und Dehnungsübungen)) longiert wird. Die 2 Tage dazwischen erfolgt reine Handarbeit, das heißt, dass wir Seitengänge vom Boden aus gehen, Kruppe herein, Schulter herein, Travers, Konvers etc. trainieren. Auch die Hinterhandwendung funktioniert schon sehr gut.

So What motiviert man, in dem man sie, sobald sie auch nur einen Ansatz dessen umsetzt, was man erwartet, lobt wie eine Verrückte. Dabei sage ich „super“, streichele sie und freue mich wie ein Kind. Sie spürt das und man merkt, wie sie plötzlich von sich aus die Lektionen absolviert, um noch mehr Lob zu erhalten. Bezüglich des Futterlobes muss ich mich etwas einschränken, da sie ein sehr leichtfuttriges Pferd ist. So bald sie weiß und das weiß sie schon lange bevor ich die Stallgasse betrete, dass Leckerlis in meiner Tasche sind, hat sie nur noch ein Ziel und das ist die Eroberung der Leckerlis. Folge dessen kommen Leckerlis bei mir nur zum Einsatz, wenn eine Trainingseinheit aufgrund eines Missverständnisses zwischen uns beiden in eine falsche Richtung läuft. Eine Korrektur ist so ganz schnell erfolgt und sie prägt sich das Richtige ein.

Innerhalb der drei Wochen hat sich So What körperlich sehr ins Positive verändert. Das Übergewicht ist weg, obwohl sie noch mehr zu fressen bekommt. Von einer guten Bemuskelung sind wir aber noch weit entfernt.

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