Wie wir Menschen sind auch Pferde Individuen und reagieren von Geburt an unterschiedlich. Unbestritten ist natürlich, dass Pferde wichtige Verhaltensmuster von der Mutter und der Herde lernen. Die Charaktere allerdings sind zu einem großen Teil angeboren und werden von den Elterntieren weitergegeben.

Dieser Umstand ändert nichts daran, dass der Mensch  durch falschen Umgang fast jedes Pferd verderben kann.

Wenn Pferden ein eigener Charakter zugesprochen wird, muss man sich bewusst sein, dass bestimmte Charaktere von Pferden nicht mit bestimmten Charakteren von Menschen harmonieren. So kann ein unsicherer und ängstlicher Mensch einem ängstlichen Pferd unter Umständen nicht die Sicherheit geben, die es braucht oder ein harter Ausbilder einem ausweichenden Pferd nicht die Motivation vermitteln, mitzuarbeiten. So wird auch ein sehr inkonsequenter Besitzer schnell Probleme mit einem dominanten Pferd haben.

Auch muss klar sein, dass man den Grundcharakter eines Pferdes nicht völlig verändern kann, geschweige denn darf. So wird ein überängstliches Pferd von Natur aus immer unsicherer sein als ein nervenstarkes. Mit Sicherheit kann man durch gezieltes und auf des Pferd abgestimmte Training sowie dem verständnisvollen Umgang beziehungsweise durch den Umgang mit Verstand vielen Pferden sehr helfen, gewünschtes Verhalten zu motovieren und unerwünschtes Verhalten zu unterbinden – gerät ein Pferd allerdings unter Stress, wird sein ursprünglicher Charakter immer durchdringen. Es ist ein Irrglaube, der Grundcharakter würde sich mit der Zeit ändern und dadurch eventuell vorhandene oder entstandene Probleme im Umgang mit der Zeit von alleine auflösen. Heftige und  ängstliche Pferde werden auch im Alter von 10 Jahren noch heftig und ängstlich sein. Man kann diese Probleme nur lösen, wenn man sich ihrer annimmt und an ihnen arbeitet. Je mehr ein Pferd von seiner Herde oder seinem Menschen lernt, umso selbstbewusster und sicherer wird es werden. Packe ich es allerdings in Watte, um einem Problem aus dem Weg zu gehen, umso empfindlicher und unsicherer wird es reagieren.

Alfonso Aguilera zum Beispiel spricht von 4 Grundcharakteren der Pferde:

  • Der ängstliche Typ

Er reagiert auf Alles und Jedes, jede Veränderung löst Angst aus, er gerät schnell in Panik, ist unruhig und verfügt über ein großes Laufbedürfnis.

  • Der kooperative Typ

Er akzeptiert Neues sehr schnell, hat gute Nerven, ist neugierig und lernt gerne, er ist dem Menschen gegenüber stets freundlich gesinnt. Große Überreaktionen sind ihm fremd.

  • Der dominante Typ

Er ist selbstsicher und übernimmt schnell die Führung, ignoriert gerne Menschen, stellt viele Fragen und stellt vieles in Frage, er nimmt nicht alles einfach hin und er hat einen starken Oppositionsreflex

  • Der submissive Typ

Er ist unabhängig, er sucht keinen Kontakt zu Menschen. Er weicht gerne aus und es ist schwer, in zu motivieren. Er hört nicht zu und versucht, nicht mitzuarbeiten.

Hierbei ist zu beachten, dass die wenigsten Pferde nur einem dieser 4 Grundcharaktere zuzuordnen sind. Meistens handelt es sich um Mischformen, bei denen die einzelnen Typen unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

Es macht durchaus Sinn, wenn man ein Pferd aussucht, sich weniger auf Farbe und Stockmaß zu konzentrieren, als auf den passenden Typ und Charakter. Die Abstammung verrät schon so einiges des Charakters.

Erstaunlicherweise suchen sich viele Menschen Pferde aus, die ihrem eigenen Charakter am nächsten kommen. Das ist natürlich stets eine Chance, sehr viel von dem Pferd über sich selbst zu lernen. So lernt zum Beispiel der eine, sich durchzusetzen, der andere wiederum, mit mehr Feingefühl vorzugehen.

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2 thoughts on “Die Grundcharaktere der Pferde

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