Ich hatte die Möglichkeit, mit Angelika Hutmacher (50), Therapeutin für Pferd und Mensch, über ihren Beruf und damit verbundene Berufung, zu sprechen.

Ich kenne Angelika schon seit einiger Zeit und kann über sie persönlich sagen, dass es sich um eine angenehme, behutsame und ausgeglichene Persönlichkeit handelt. Angelika ist für mich ein Mensch, dem ich all meine Sorgen und all meine Probleme anvertrauen würde – seien es Probleme, die mich selbst, aber auch Probleme, die mein Pferd betreffen.

Für mich hat Angelika die Fähigkeit, Menschen aufzufangen, Menschen durch schwierige Lebensphasen zu begleiten, Trost und Halt zu spenden, Wege aufzuweisen und zuzuhören und dabei genau hinzuhören. Ihre feine Art, ihr sensibles Vorgehen, die Achtung, die sie wie selbstverständlich mitbringt, öffnen ihr auch die Wege, mit Pferden zu kommunizieren, zu arbeiten und sich zu verständigen, die für den ein oder anderen im ersten Moment nicht nachvollziehbar zu sein scheint.

Ich interessiere mich für Psychologie und deren Therapiemöglichkeiten, seit ich denken kann – Teile dieser Arbeit auf die Arbeit mit Pferden zu übertragen, das war für mich allerdings neu und war Anlass genug, mit Angelika genau über dieses Thema zu sprechen.

Das Interview

Liebe Angelika, wir kennen uns nun seit einiger Zeit und nun fasse ich den Mut und stelle Dir Fragen zu Deiner Arbeit – vor allem zu Deiner psychologischen Arbeit mit Pferden, die als Ziel hat, Probleme zwischen Pferd und Mensch zu erklären und dadurch zu lösen. Bevor wir dies erkunden, finde ich es wichtig, ein wenig mehr über Dich zu erfahren.

Wie bist Du aufgewachsen, Angelika. Was in Deiner Kindheit hat Dich geprägt?

Angelika Hutmacher: „Hallo Alexandra, aufgewachsen bin ich in einem sehr beschaulichen Dorf in der Nähe von Baden-Baden. Weltoffen und durch die Rennbahn waren Pferde immer ein großes Thema. Selbst in unserem kleinen Dorf gab es einen großen Pferdestall mit 50 Pferden, unsere Nachbarn hatten neben Ziegen und Hühner auch Pferde und meine Großmutter verreiste regelmäßig mit mir in den Ferien auf einen Bauernhof in Hessen, wo auch neben der Rinderzucht viele Ponys und weitere Kleintiere lebten. Wie Du siehst, habe ich seit Kindheit an schon immer Kontakt zu Pferden. Ich selbst empfinde meine Kindheit als eingebettet in ein relativ friedliches Familienleben mit Tieren.“

Welche negativen Erlebnisse, liebe Angelika, waren jene, die sowohl Dich als Person als auch Deinen Lebensweg nachhaltig geprägt haben?

Angelika Hutmacher: „Schwere Einschnitte waren die Pflege und der Tod meiner Oma, als ich 14 Jahre alt war, der Wegzug in ein anderes Dorf, als ich 16 Jahre alt war und dann die Krebserkrankung. Dies hat sicher viel weiteres geprägt.“

Seit wann hast Du mit Pferden zu tun und besitzt Du selber eigene Pferde?

Das Leben auf dem Dorf ermöglichte mir, mit 5 Jahren mit dem Voltigieren zu beginnen und hatte dann mein erstes Pflegepferd. Ab meinem 12. Lebensjahr hatte ich kontinuierlich mit Pferden zu tun, bis ich 24 Jahre alt war. Durch meine schwierige erste Ehe, den damaligen Job und meine eigene Krebserkrankung mit 28 Jahren machte ich dann eine Pferdepause. Sobald mein Überleben gesichert war, kaufte ich mir mein erstes eigenes Pferd. Damals war ich 30 Jahre alt und ich fand meinen Seelengefährten Ramiro, ein PRE. Ramiro begleitete mich von meiner ausklingenden Krankheit durch viele Entwicklungsschritte. Aufgrund seiner körperlichen Probleme musste und konnte ich sehr viel auch mit der Aufstellungsarbeit in Heilschritten erleben. Leider verstarb mein Ramiro vor 2 Jahren an einer Kolik.

Bald gesellte sich zu meinem ersten Pferd ein zweites. Als ich dann meinen jetzigen 2. Mann mit eigenem Hof kennenlernte, ging es schwups auf 5 Pferde. Zwei Rentner aus schlechter Haltung habe ich übernommen, welche ich nach einigen Jahren habe einschläfern lassen müssen. Nun habe ich seit 3 Jahren 3 Pferde.

Das ist der Spanier Wallach Devendo, den ich vom Schlachter als Beistellpferd gekauft habe. Er kam aus derart schlechten Verhältnissen, die man sich nicht vorstellen kann und die man keiner Pferdeseele wünscht. So weit es ging, habe ich ihn wieder aufgepäppelt, er ist aber immer wieder schwer erkrankt. Ich bin mir sicher, ohne Homöopathie und meine Aufstellungsarbeit wäre er wohl heute nicht mehr am Leben. 9 Jahre ist er jetzt bei mir und manch wunderbaren Ausritt habe ich mit ihm erlebt.

Meinen Warmblut Wallach Calypso, ein Rappschecke, den habe ich als Wunschpferd für meine Tochter gekauft. Er ist jetzt seit 2 Jahren bei mir. Er steckt mitten in der Pubertät, ist oft frech und braucht viel Liebe und Beständigkeit, um sich einzulassen.

Und dann ist da noch mein Westfalen-Hengst Florian, den ich an seinem 3. Lebenstag gekauft habe und der bei mir aufgewachsen ist. Mittlerweile genieße ich mit ihm die akademische Ausbildung bei Marius Schneider. Florian ist und bleibt mein Traumpferd.

Wie bist Du zu Deiner Arbeit „Aufstellung für Pferde“ gekommen?

Aufstellungsarbeit war schon von Anfang meiner Naturheilpraxis vor 22 Jahren ein wichtiges Standbein. Für mich selbst war es ein wichtiger Heilschritt aus meiner Krebserkrankung. In meine Praxis kam die erste Aufstellung für Pferde eigentlich als Trauerablöseprozess. Eine junge Frau sollte ihr Pferd einschläfern lassen, weil es sehr schwer an Sommerekzem erkrankt war. Durch die Familienaufstellung mit ihr, gesundete ihr Pferd wider Erwarten in wenigen Wochen. Dadurch war mein Forscherinstinkt erwacht. In den nächsten Jahren ergaben sich viele Aufstellungen für alle möglichen Tiere. Besonders in dem Stall, in dem ich mit meinem ersten Pferd war, konnte ich über Jahre für viele Kurs- und Berittpferde aufstellen. Dadurch strukturierte sich meine Arbeit. Ich baute dies als zweites Praxisthema in meinem Leben auf, gab viele Kurse und Vorträge in diesem Bereich, bis der erste Film über meine Arbeit gedreht wurde und sich daraus mein Buch im Cadmos Verlag ergab: Ich will Dich verstehen – Familienaufstellung für Pferde.

Wie würdest Du in 2 – 3 Sätzen Deine Arbeit erklären?

Die Probleme der Pferde sind:

  • sie haben zuchtbedingt Schwierigkeiten, genetische Schwächen der Elterntiere
  • sie bringen Probleme und Traumatisierungen mit aus ihrer Geschichte, wie zum Beispiel Stress beim Ablösen ihrer Mutterstute, Kastrationsschwierigkeiten, Herdenprobleme und oder Futterprobleme als Jungpferd etc.
  • sie sind mit den Konflikten der Züchter, Vorbesitzer oder dem jetzigen Besitzer in mentaler Belastung

Wenn man versteht, wo das Problem liegt, kann man sinnvoll handeln. Durch die Aufstellungen kann dies sichtbar gemacht werden bzw. können Lösungsschritte gelebt werden. Meist helfen erst dann die medizinischen oder naturheilkundlichen Therapien überhaupt oder um so besser. Andere Maßnahmen, Stallwechsel, passendes Herdenmanagement, korrigierendes Training können dann gezielt umgesetzt werden.

Bist Du der Meinung, dass die Arbeit „Aufstellung für Pferde“ mindestens genau so gut für den entsprechenden Besitzer des Pferdes ist?

Das kommt darauf an. Es gibt schon des öfteren Schnittmengen mit dem Besitzer. Wenn Pferde viel Gewalt in der Vorgeschichte erlebt haben, kommen diese Tiere häufig auch zu Besitzern, die (manchmal auch unbewusst) viel Verständnis haben, weil sie ebenso in der Kindheit Gewalt erlebt haben. Dann macht Heilen die Aufstellung oft beide Parteien.

Bringt ein Pferd ein schweres Schicksal mit, dann braucht der Besitzer nicht unbedingt eine Aufstellung. Das ergibt sich dann meist mit der Realität der Geschichte.

Geht es dem Pferd nach der Aufsetllung deutlich besser, kommen aber die Besitzer meist auf Ideen, was sie mit einer Aufstellung auch in ihrem System lösen könnten. Dies kann von Beziehungswünschen über Kinderwünsche bis Coaching zu Berufungsideen sein.

Welche Kundengruppe spricht Deine Arbeit an? Hast Du es ausschließlich mit Problempferden zu tun?

Ja, ich habe es immer mit Problempferden zu tun. Meist sind es wirklich Pferde mit sehr großen seelischen oder körperlichen Schmerzen. Häufig bin ich die Endstation, wenn bereits alles probiert wurde. Dann suchen Menschen im Internet nach weiteren Lösungen und kommen zu mir. Durch den steigenden Bekanntheitsgrad, vor allem durch mein Buch, wird es etwas leichter. Jetzt gibt es auch mal Pferde, die „normaler“ krank sind.

Was war Dein größter Erfolg und gab es auch mal Fälle, bei denen die Arbeit keinen zufriedenstellenden Erfolg brachte?

Ich habe immer sehr viel schwierige Fälle. Immer gibt es für Mensch und Pferd eine tiefgreifende Veränderung. Ich glaube, durch meine umfangreiche Internetseite und mein hohes Gratisangebot kommen wirklich nur Menschen zu mir, die mit der Methode und meiner Idee etwas anfangen können. Daher hatte ich seit Jahren keine unzufriedenen Menschen mehr.

Zeigen sich Deine (Neu-)Kunden oft skeptisch, während die betroffenen Pferde eher neugierig und kooperativ darauf reagieren?

Nein. Die Hemmschwelle, sich mir und der Aufstellungsarbeit generell zu öffnen ist so hoch, dass die Menschen, die zu mir kommen, einfach nur unglaublich toll sind. Sie sind sehr offen, sehr herzlich, sehr interessiert und sehr dankbar. Dadurch liebe ich Aufstellungen für Pferde ganz besonders. Mit den Pferden an sich habe ich weniger zu tun, sehr häufig stelle ich für den Besitzer die Aufstellung am Telefon oder per Skype auf.

Nenne uns Stichworte, bei denen es Sinn macht, mit Dir in Kontakt zu treten und um Deine Dienstleistung zu bitten.

  • Sorgen für und um Dein Pferd
  • Ungeklärte Probleme seelischer und körperlicher Art
  • wenn niemand mehr eine Idee hat
  • wenn Mensch gerne wissen möchte, was das Pferd fühlt und braucht

Dann ist die Austellungsarbeit eine tolle Sache, sich in sein Pferd und dessen Probleme einfühlen zu können. Die Methode bietet aber auch im Alltag, viele Möglichkeiten auszuprobieren, was für das Individuum Pferd passt und gut ist. All dies erkläre ich in meinem Buch umfassend.

Liebe Angelika, ich möchte Dir von Herzen für dieses nette und informative Interview danken und auch auf diesem Wege sagen, und das nicht nur als Mensch, sondern auch als Pferdebesitzer, dass ich glücklich bin, Dich in meinem Freundeskreis zu haben. Auch ich möchte ich Dir danken, dass Du tiefen Einblick in Dein Leben und in Deine Person gegeben hast. Es war wunderbar, näheren Einblick in Deine Arbeit zu erhalten. Sobald ich das Gefühl habe, Deine Hilfe zu benötigen oder vor allem, dass mein Pferd Deine Hilfe benötigt, werde ich mich an Dich wenden.

Interview Ende

 

Kostenloses Webinar: Aufstellung für Pferde und weitere Informationslinks:

Wer Angelikas Arbeit näher kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen, an einem kostenfreien Webinar teilzunehmen:

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