PRODUKTETEST: DUPLO BESCHLAG KLEBEVERFAHREN

Meine 6-jährige Stute befindet sich derzeit nach langanhaltender Verletzungs- und Regenerationsphase im schonenden aber dennoch gezielten Aufbau.

Der Trainingsansatz für die nächsten Monate ist: viel im Gelände reiten, bergauf – bergab, über sämtliche Wege und in allen Gangarten.

So What hat eine exzellente Hufqualität und-form, ihre Hufe weisen, wie ihre Mähne und ihr Schweif auch, ein sehr gutes Wachstum auf und von Fühligkeit ist keine Spur zu sehen. Aber dennoch fordert das viele Geländereiten seinen Tribut, sodass sich die Hufe mehr abnutzen als dass sie nachwachsen können. Aus genanntem Grund habe ich entschieden, vorzusorgen und mich über Möglichkeiten von Beschlägen zu informieren.

Ein Standard-Eisenbeschlag kam für mich nicht in Frage. Dies hat mehrere Gründe:

  • So What ist eine sehr dominante Stute und scheut keine Kämpfe. Sie schlägt unter Umständen auch mit den Vorderbeinen aus -> Erhöhte Verletzungsgefahr für andere Pferde
  • Der Hufmechanismus wird eingeschränkt -> Die Durchblutung wird verringert / gestört
  • Das Hufwachstum wird langsamer
  • Stoßdämpfung wird minimiert
  • Die  (Rück-) Umstellung auf barhuf könnte problematisch werden
  • Nägel im Huf

Meine Ansprüche an den Beschlag:

  • Der Hufmechanismus soll nicht gestört werden -> Gewährleistung der Durchblutung
  • Das Hufwachstum soll nicht gestört werden
  • Die Stoßdämpfung muss erhalten bleiben und somit gleichwertig dem des natürlichen Hufes sein
  • Die Umstellung auf barhuf soll komplikationsfrei für das Pferd erfolgen
  • Vorzugsweise keine Nägel im Huf

Und so wurde ich fündig. Der erste und auch nur saisonale Beschlag meiner Stute sollte der Duplo-Beschlag im Klebeverfahren werden.

Um die genaue Größe zu bestimmen, habe ich die Unterseiten der Hufen in ihrer Länge und Breite mit einem Maßstab gemessen und die Daten dem Hufschmied zwecks Bestellung weitergegeben.

Die Duplos wurden individuell auf die Hufen meiner Stute angepasst, die Klebelaschen an die Eisen angebracht und letztendlich an die (Vorder)hufen meiner Stute geklebt. Dabei war es wichtig, dass die Hufen sauber, entfettet und leicht mit der Feile angerauht wurden. Insgesamt gestaltete sich der Vorgang reibungslos und meine Stute blieb während der Prozedur völlig entspannt.

DIE ERSTEN SCHRITTE

So What marschierte mit ihren neuen Kunststoffeisen los, als hätte sie in ihrem Leben nichts anderes getragen.

BEDENKEN

Etwas Bedenken hatte ich bei nassen Wiesen, weil ich im Internet gelesen hatte, dass Pferde auf nassen Wiesen mit Kunststoffeisen rutschen. Auch sollen Pferde mit geklebtem Beschlag ihre Eisen bei matschigen Böden gerne verlieren.

Während So What den Duplo-Beschlag im Klebeverfahren hatte, war bei uns in Baden-Württemberg großes Unwetter mit Starkregen. Dennoch ließ ich So What auch bei schlechteren Bodenverhältnissen ganztags auf die Koppel.

Ich kann weder ein (überdurchschnittliches) Rutschen noch einen Verlust der Duplos bei Matsch bestätigen.

DER HUFMECHANISMUS

Der Hufmechanismus wurde in keiner Weise eingeschränkt. Der Kunststoff erlaubt dem Huf bei Belastung nachzugeben – genau so, wie es der Huf bei Belastung selbst auch tut. Bei Entlastung erlaubt der Duplobeschlag, dass sich der Huf entsprechend seiner Natur wieder zusammenzieht. Dieser genannte Umstand erlaubt die wichtige Durchblutung.

DAS WACHSTUM

Der Duplo-Beschlag wurde von meiner Stute insgesamt 6 Wochen getragen. Wir waren etwa 10 Tage überfällig, was dem Unwetter zuzurechnen ist. Der Schmied war begeistert, wie viel Wachstum die Hufen aufwiesen. Er sagte: „Es macht bei Deiner Stute richtig Spaß, die Hufen auszuschneiden“. Auch ich war erstaunt, wieviel Material nachgewachsen ist.

DIE UMSTELLUNG AUF BARHUF

Da sich So What einen Tag vor dem Schmiedtermin ein Duplo abgetreten hat, entschloss ich, sie wieder barhuf laufen zu lassen. Ich wollte sehen, wie sie mit der Umstellung zurecht kommen würde.

Die (Rück)Umstellung auf barhuf war, als hätte sie nie Eisen getragen. Nagellöcher blieben uns erspart.

DAS ABTRETEN DES DUPLOS

Wie auch immer meine Stute es geschafft hat, hat sie sich ein Duplo abgetreten. Ich gehe davon aus, dass die Hinterhufen, die nicht beschlagen waren, aufgrund der Überfälligkeit etwas zu lang waren und so auf das vordere Duplo treten konnten. Mit Sicherheit weiß ich das allerdings nicht. Dennoch war ich nochmal umso glücklicher, mich gegen Nägel entschieden zu haben. Der betroffene Huf blieb von dieser Aktion völlig unbeeindruckt und es wurden keinerlei Schäden am Huf festgestellt. Im Gegenteil. Die Klebelaschen waren noch am Huf geklebt.

FAZIT

Ich war mit dem Duplo-Beschlag im Klebeverfahren mehr als zufrieden. Ein Eisen hat sie während der Beschlagsphase verloren. Dieses wurde komplikationsfrei einfach wieder angeklebt. Ein Eisen hat sie sich abgetreten – der betroffene Huf blieb völlig unbeschadet. Die Eisen hätten eine weitere Periode verwendet werden können, die Abnutzung ist also durchaus mit den normalen Eisen vergleichbar. Es waren alle Arten von Böden in sämtlichen Zuständen und in allen Gangarten passierbar.

Ich unterstelle, dass auch mein Pferd mit diesem Beschlag zufrieden war, denn sie lief ab dem ersten Schritt genau so, als seien ihre Hufen lediglich ausgeschnitten worden. Die Umstellung auf barhuf war komplikationsfrei – meine Stute lief ab dem ersten Schritt, als sei sie nie beschlagen gewesen.

Der Duplo-Klebebeschlag ist etwas teurer als der gewöhliche Beschlag, aber im Vergleich zu den Vorteilen, die Duplos mit sich bringen, ist der Preis zweitrangig.

Sollte mein Pferd je wieder einen Beschlag benötigen, aus welchen Gründen auch immer und sei es nur, wie es in diesem Fall der Fall gewesen ist, zu Vorsorge, werde ich mich definitiv wieder für Duplos entscheiden.

PRODUKTETEST: DUPLO BESCHLAG KLEBEVERFAHREN

Vor einigen Wochen bestellte ich sie mir. Die Trense Rambo Micklem Diamante Bridle von Horseware. Wohlwissend, dass meine Stute bald von der Weide zurück kommt und wir mit dem Aufbautraining beginnen können.

Viel Gutes habe ich bis dato über diese Trense gehört, aber auch, dass manche Pferde diese Zäumung nicht mögen.

So, wie es das Beitragsbild zeigt, kam das Micklem-Bridle mit der Post bei mir an. Vorhanden war der Zaum an sich, festgebunden an einen Karton. Als Zubehör gab es die Gebissclips und eine Informationsbroschüre dazu. Zügel von Micklem können separat in der entsprechenden Farbe dazu bestellt werden.

Wie unterscheidet sich der Micklem-Zaum von den bislang bekannten Zäumungen?

Der Rambo Micklem-Trensenzaum, egal in welcher Ausführung, unterscheidet sich zu den herkömmlichen Zäumungen dahingehend, dass sich der der Zaum individuell an die Kopfform des Pferdes anpasst und dabei empfindliche Druckpunkte ausgespart werden. So verspricht es der Hersteller. Zur Verdeutlichung zeige ich Euch hier ein Bild, welches ich der Informationsbroschüre entnommen habe:

Aber ich wollte es genau wissen und ließ die Zäumung am Kopf meiner Stute mit der Vorgabe, auf die Druckpunkte und den Verlauf der Zäumung, vor allem aber auch auf die Höhe des Nasenriemens, den Verlauf des Backenriemens und des Genickstücks untersuchen. Mein Tierarzt, der promoviert ist und regelmäßig an international Fortbildungen und Konferenzen teilnimmt, bestätigte die Aussage des Herstellers.

Das Leder der Trense ist butterweich und sehr angenehm anzufühlen. Der Nasenriemen sowie das Genickstück sind gepolstert und somit weich unterlegt.

Hierbei sei gesagt, dass der Backenriemen wirklich gut am Pferdekopf sitzen muss. So ist gewährleistet, dass der Zaum optimal am Pferdekopf sitzt und kein Verschieben oder Ähnliches zustande kommt.

Der Nasenriemen wird wie bei einem englischen Reithalfter geschlossen. Das heißt, dass das Pferd im Stande sein muss, abzukauen und ein Leckerli aufzunehmen. Ein Pferd wird nie, egal mit welcher Zäumung, fest zugeschnürt, denn das bewirkt, dass sich das Pferd an der Kiefermuskulatur nicht entspannen kann und verspannt so am ganzen Körper und jede Form von Training wird auf Dauer nicht effektiv sein.

Die hervorstehenden Wangenknochen sowie die Backenzähne des Oberkiefers werden nicht durch Druck belastet.

Das Genickstück an sich ist anatomisch geformt, gut gepolstert und verhältnismäßig breit, um den Druck auf das Genick zu verteilen.

Die Micklem-Trense gibt es in folgenden Ausführungen:

  • Rambo Micklem Original Competition Bridle Trense Rambo Micklem Competition BridleDie Rambo Micklem Competition Bridle  ist die Standardversion des Rambo Micklem-Zäumungssystems. Hier ist das Genickstück und der Nasenriemen gut gepolstert und somit weich unterlegt. Dieser Zaum ist nicht als Kappzaum zu verwenden und auch nicht zum gebisslosen Reiten geeignet. Kostenfaktor etwa zwischen 136,50 Euro und 159,00 Euro (variiert je nach Anbieter).

Die Bitclips

Hier sehen wir, wie die Bitclips das Gebiss mit dem Nasenriemen verbinden. Diese Zungenschutz-Clips bieten die Möglichkeit, das Gebiss zusätzlich mit den Seitenringen zu verbinden, somit liegt es noch ruhiger im Maul und die empfindlichen Maulwinkel werden geschont. Gerade für unsichere Reiter oder Reiter mit einer unruhigen Hand sind diese Bitclips sehr hilfreich. Die Unruhe oder falsche Einwirkung auf das Gebiss wird so auf den Nasenriemen übertragen und das Maulempfinden des Pferdes geschont.

Die Position des Nasenriemens:

Und so sieht die Trense auf einem unprofessionellen Foto aus. Hier sehen wir genau, dass das Jochbein vorschriftsmäßig durch den Schnitt der Trense ausgespart bleibt. Wir sehen (vergleiche hierzu die Abbildung des Schädels aus dem Informationsblatt oben), dass der Nasenriemen mindestens 5 Finger nebeneinander oberhalb der Nüsternenden liegt, was dazu führt, dass das Pferd problemlos und frei atmen kann und der empfindliche untere Bereich des Nasenbeins ausgespart bleibt. Wir sehen, dass der Backenriemen gut und fest sitzt und die Trense so in ihrer Position hält und dass der Backenriemen, wie auf der Abbildung des Schädels abgebildet, die empfindlichen Nervenbahnen auslässt. Das Pferd kann das Maul öffnen, die Aufnahme von Leckerlis, ein gesundes Abkauen, eine freie Atmung – alles ist -zumindest bei meiner Stute- gewährleistet.

Fazit:

Meine Stute wird derzeit vom Boden aus unter anderem auch mit diesem Zaum gearbeitet und wirkt dabei mehr als entspannt. Ich bin vollkommen zufrieden und möchte diesen Zaum nicht mehr missen. Wie mein Pferd damit läuft, wenn es geritten wird, das steht nochmal auf einem ganz anderen Blatt. Aber die nächsten 4 Wochen wird So What nicht geritten, so dass ich erst nach dieser Zeit davon berichten kann.

Update:

So What wird zwischenzeitlich wieder geritten. Sie zeigt sich konzentriert, schnaubt schnell ab, wird locker – folgedessen unterstelle ich, dass sie die Zäumung mag.

Einzig während des Fellwechsels stellte ich fest, dass sie sich oft am Kopf kratzen wollte. Ich gehe aber davon aus, dass dies auch mit unserer anderen Zäumung (schwedisch) der Fall gewesen wäre. Getestet habe ich dies allerdings nicht, da wir uns nach wie vor im Aufbau befinden und ich mein Pferd mit wechselnden Zäumungen nicht zusätzlich irritieren wollte.

Auch kann ich inzwischen die Qualität des Leders beurteilen. Das Micklem wird nahezu täglich verwendet. Mit Lederpflege habe ich es, seitdem ich das Micklem besitze, ein Mal behandelt. Das Leder ist nach wie vor weich und einwandfrei von irgendwelchen Mängeln.

In Kürze werden weitere Fotos folgen.